Riesige Resonanz auf den Kleiderbasar

Achim. Einmal im Jahr, immer einen Tag vor dem Erntedankfest, findet bundesweit ein Aktionstag der Tafelvereine statt. Sie wollen damit ein Zeichen gegen die zunehmende Armut setzen und für bürgerschaftliches Engagement werben.

Viel blieb beim Kleiderbasar der Tafel nicht liegen.

Viel blieb beim Kleiderbasar der Tafel nicht liegen.

Bislang hatten sich die Achimer Ehrenamtlichen mit Tagen der offenen Tür beteiligt. Am Sonnabend gab es etwas Neues: Die Tafel lud zu einem Kleiderbasar ein.

„Die Resonanz ist riesig. Viele unserer Kunden haben sich heute mit neuen Sachen eingedeckt“, freute sich zwei Stunden nach Beginn Lisa Henschel. Sie gehört zu den vielen Tafel-Helfern und hatte die Kleiderbörse organisiert.

Vor zirka einem Monat ging sie mit einem Aufruf an die Presse. Damals bat sie alle Zeitungsleser, ausgediente Kleidung, Schuhe sowie Bettwäsche zu spenden. Die Organisatorin wurde anschließend fast überrannt. „Schnell hatten wir zwei Garagen bis zur Decke vollgestapelt mit Kleidung. Oft waren wirklich hochwertige Markenwaren darunter, denen man kaum ansah, dass sie gebraucht waren“, erzählt Lisa Henschel.

Die Sachen wurden nun gegen einen kleinen Obolus abgegeben. Sehr gefragt war Bettwäsche, aber auch Handtücher waren schnell vergriffen. Außerdem wechselte viel warme Winterkleidung wie Pullover und Jacken den Besitzer.

Durch das Sammeln im Vorfeld des Basars hat der Achimer Tafelverein eine weitere Bevölkerungsgruppe erreicht. Beispielsweise hat eine Frau direkt beim Achimer Tafelhaus Kleidung abgegeben. Nach einem kurzen Gespräch mit den freiwilligen Helfern fragte sie, was derzeit dringend benötigt wird.

„Eine halbe Stunde später fuhr sie auf den Hof. Den ganzen Kofferraum voll mit Lebensmitteln“, erzählt Lisa Henschel. Zweimal ging das schon so. Die Spenderin hat erzählt, künftig regelmäßig für jeweils eine gewisse Summe bei einem Discounter Lebensmittel zu kaufen und diese der Tafel zu spenden.

„Eine tolle Geste“, lobt Achims Tafel-Vorsitzender Rainer Kunze. Nach seiner Statistik steigt im Nordkreis, wo die Tafel auch eine Außenstelle im Blocks Huus in Bassen betreibt, die Zahl der bedürftigen Menschen an.

Zu den Ausgabetagen in Achim kommen oft mehr als 70 und in Bassen über 40 Menschen. „Wir gehen davon aus, dass jeder unserer Kunden im Schnitt noch vier weitere Menschen mit Lebensmitteln versorgt“, hat Rainer Kunze ausgerechnet.

Der Kleiderbasar war als einmalige Aktion gedacht. Deshalb soll der Restbestand in den kommenden tagen an andere Einrichtungen, die ähnliche Märkte veranstalten, verteilt werden. Beispielsweise die Achimer Kirchengemeinden, Terre des hommes oder den Familienverband. „Die gespendeten Sachen sollen im Achimer Stadtgebiet bleiben“, erzählt Lisa Henschel.

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